Die Namen der Pflanzen

"What's in a name? That which we call a rose
 by any other name would smell as sweet." Romeo and Juliet (II, ii, 1-2)

Im allgemeinen Sprachgebrauch gibt es regional sehr unterschiedliche Namen für einzelne Pflanzen. So wird mit dem Wort „Flieder“ in Norddeutschland der Holunder (Sambucus niger) und nicht der blühende Strauch der Gattung Syringa bezeichnet, den wir im Rheinland aus den Gärten kennen. Auch unter einer „Butterblume“ versteht man ganz unterschiedliche Pflanzen – es kann ein Löwenzahn (Taraxacum) oder ein Hahnenfuß (Ranunculus) gemeint sein. Wenn Pflanzen unauffällig sind und für den Menschen ihre genaue Bezeichnung keine Bedeutung hat, so haben sie oft keinen Volksnamen, z. B. Gräser, Moose oder Flechten.

Im wissenschaftlichen Bereich und für die internationale Kommunikation benötigt man eine eindeutige Benennung. Hier wird der Name einer neu entdeckten Pflanze nach festen Regeln vergeben. mehr...

Diese Regeln der Namensgebung (Nomenklatur) sind in einem „Gesetzbuch“, dem „Code of Botanical Nomenclature“, festgelegt, der in Abständen von einer Versammlung von Forschern aus dem Bereich der Systematik überarbeitet wird.

Wenn eine Pflanze im Laufe der Jahre mehrmals von verschiedenen Forschern beschrieben wird, so gilt der älteste Name. Diese Prioritätsregel geht aber nicht beliebig weit zurück, sondern nur Namen, die nach 1735, dem Erscheinungsjahr von Carl von Linnés grundlegendem Buch „species plantarum“, vergeben wurden, werden akzeptiert.

Als Grundlage des Namens gelten nicht Beschreibungen, Zeichnungen oder Fotos der Pflanze, sondern es muss das Exemplar, für das der Name vergeben wurde, gepresst und getrocknet in ei-
nem Herbar aufbewahrt werden. Dieses Exemplar wird als Typus bezeichnet. Auf diese Weise kann immer wieder mit dem Original verglichen werden, oder es können kleinste Proben für molekularbiologische Untersuchungen entnommen werden.

Jeder Name einer Pflanze besteht aus zwei Teilen. Das erste Wort bezeichnet die Gattung, zu der die Pflanze gehört, und das zweite Wort (das Epitheton) benennt die Art. Diese so genannte „Binäre Nomenklatur“ geht auf Linné zurück, der sie erstmals konsequent verwendete. Die Nachnamen der Arten sind entweder beschreibend (rubra – rot) oder zu Ehren von Personen gewählt. Hinter dem Namen steht abgekürzt der Name des Beschreibers. So sagt der Buchstabe „L.“, dass die Art von Linné beschrieben wurde. Ein Beispiel wäre Valeriana rubra L. Als später der Botaniker de Candolle die Art zur Gattung Centranthus stellte, wurde dahinter sein Name abgekürzt als „DC.“ verwendet. Er musste aber den „Nachnamen“ beibehalten, und Linnés Namen als Erstbeschreiber blieb in Klammern erhalten. Das ist schon deshalb wichtig, da ja der Typus unter Linnés Namen in einem Herbar liegt. Das Ergebnis ist also Centranthus ruber (L.) DC. Der Laie nennt die Pflanze mit deutschem Namen „Spornblume“.

Bei der Benennung der Pflanzen orientiert man sich im Botanischen Garten der HHU an einer Liste botanischer Namen, die durch die Royal Botanic Gardens (Kew) und den Missouri Botanical Garden veröffentlicht und permanent aktualisiert wird: "undefinedThe Plant List". Ergänzend wird IPNI
(undefinedInternational Plant Names Index) herangezogen. Außerdem dient "Der große Zander – eine Enzykopädie der Pflanzennamen" (Ulmer Verlag) in der jeweiligen neuesten Auflage als Standartliteratur.

Sortennamen übernehmen wir i.d.R. vom jeweiligen Anbieter.

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Prof. Dr. Peter Westhoff

Entwicklungs- und Molekularbiologie der Pflanzen
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