Prof. i.R. Dr. Hans Martin Jahns ist verstorben

Der Botanischen Garten trauert um seinen langjährigen Direktor Prof. i.R. Dr. Hans Martin Jahns, der am 5. November 2017 in Bad Homburg verstorben ist.

Martin Jahns wurde 1941 in Holzminden geboren. An der Philipps-Universität Marburg begann er 1960 sein Biologie-Studium, das er 1968 mit der Promotion abschloss. Im Anschluss erhielt er eine Anstellung im Botanischen Institut der Universität Groningen (Niederlande), das er zuletzt als Geschäftsführender Direktor leitete. 1973 wechselte er auf eine Botanik-Professur an die Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Dort habilitierte er sich 1975. In den Jahren 1979/80 war er Dekan in seinem Fachbereich.

Prof. Jahns bei der Eröffnung einer neuen Gewächshaus-anlage

In 1987 wurde Prof. Jahns an die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf berufen, wo er bis zu seinem Ruhestand in 2006 Geschäfts-führender Leiter des Botanischen Institutes und Direktor des Botanischen Gartens war. 1994/95 vertrat er als Dekan die Math.-Nat. Fakultät. Von 1999 bis 2003 war er Prorektor für Forschung, Forschungstransfer und wissenschaftlichen Nachwuchs. Nach seiner Verabschiedung in den Ruhestand beteiligte sich Martin Jahns weiterhin mit Vorlesungen, Praktika und Exkursionen an der akade-mischen Lehre. Außerdem übernahm er vielfältige ehrenamtliche Aufgaben im Botanischen Garten, u.a. als Co-Autor eines
umfassenden Gartenführers.

Als Wissenschaftler befasste sich Prof. Jahns mit der Morphologie, Entwicklung, Ökologie und Systematik von Flechten. Er war Mitherausgeber der „Nova Hedwigia – Zeitschrift für Kryptogamen-kunde“ und Co-Autor mehrerer Fachbücher. Das Buch „Lichenes. Eine Einführung in die Flechtenkunde“ (Henssen & Jahns, 1974) galt als Meilenstein in der Entwicklungsmorphologie der Flechten und fand in Fachkreisen weltweit höchste Anerkennung.  Sein Buch „Farne, Moose, Flechten“ (Jahns, 1980) wurde in viele Sprachen übersetzt und stellte mit seinen exzellenten Fotos einen Vorläufer der heutigen, populärwissenschaftlichen Naturführer dar. Von 1996 bis 2000 war Prof. Jahns Präsident der „International Association for Lichenology“ (IAL).

Prof. Jahns mit Studierenden während einer botanischen Exkursion auf Gotland (Schweden)

Prof. Jahns war ein begnadeter und begeisternder Hochschullehrer. Ihm lag die Lehre wirklich am Herzen – und das spürten die Studierenden. Seinen Studierenden und Schüler/innen war er damit ein großes Vorbild und wird ihnen unvergessen bleiben. Seine integrativen Fähigkeiten waren im Kollegenkreis und in den universitären Gremien hoch geschätzt. Er war sich nie zu schade, ohne Eigennutz Aufgaben für die Allgemeinheit zu übernehmen.

Der Botanische Garten hätte sich ohne das Engagement und die Weitsicht von Prof. Jahns nicht derart positiv entwickeln können. Es gäbe keine neue Gewächshausanlage und keine regelmäßigen Ausstellungen und Veranstaltungen, die den Botanischen Garten für die Öffentlichkeit so attraktiv machen. Im Ruhestand übernahm Prof. Jahns vielfältige ehrenamtliche Aufgaben im Botanischen Garten, u. a. als Co-Autor eines umfassenden Gartenführers, bei der Neuplanung der Systematischen Abteilung oder auch als hervorragender Koch bei Aktionstagen mit ehrenamtlichen Helfern. Wir haben mit Martin Jahns einen Menschen voller Empathie verloren.

Prof. Dr. Peter Westhoff, Dr. Sabine Etges

Adresse

Botanischer Garten

Heinrich-Heine-Universität Universitätsstr. 1
Gebäude: 29.01
40225 Düsseldorf

Direktor

Prof. Dr. Peter Westhoff

Entwicklungs- und Molekularbiologie der Pflanzen
Gebäude: 26.03
Etage/Raum: 02.34
Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenBotanischer Garten