Ex situ-Kulturen

Leberblümchen (Hepatica nobilis)

Im Rahmen einer „Globalen Strategie zur Konservierung der Pflanzen“ hat sich Deutschland verpflichtet, für die Erhaltung wild lebender Pflanzen Sorge zu tragen. Neben dem Schutz der Lebensräume ist es in vielen Fällen notwendig, die Pflanzen ausserhalb dieser Lebensräume zu vermehren. Eine solche kontrollierte Kultur wird als „Ex situ-Kultur“ bezeichnet. Langfristig verfolgt sie immer das Ziel, die Pflanzen wieder an ihrem natürlichen Standort anzusiedeln.

Die Kultur seltener und/oder gefährdeter Pflanzen-Arten gehört mit zu den originären Aufgaben eines Botanischen Gartens und stellt einen Beitrag zum Erhalt der Biologischen Vielfalt dar.

Im Botanischen Garten der HHU werden zur Zeit Ex situ-Kulturen von 13 gefährdeten Arten betreut, die in Deutschland beheimatet sind. Als Beispiel sei der Zarte Gauchheil [Anagallis tenella (L.) L. | Foto oben] genannt. Dies ist eine kleine, unscheinbare Pflanze, die an Quellen, Mooren und Moorwäldern vorkommt. Durch menschlichen Einfluss ist die Pflanze vom Aussterben bedroht. In NRW gibt es nur noch einen einzigen, sehr kleinen Standort in der Nähe von Salzkotten. Bei Bauvorhaben in NRW ist der Zarte Gauchheil „planungsrelevant“.

Die Ex situ-Aktivitäten werden im Rahmen des Verbands Botanischer Gärten e.V. durch die Arbeitsgruppe „Erhaltungskulturen einheimischer Wildpflanzen“ koordiniert (undefinedex-situ-erhaltung). Fast alle hochgradig gefährdeten Pflanzen der BRD sind schon in die verschiedenen Gärten aufgenommen worden.

Adresse

Botanischer Garten

Heinrich-Heine-Universität Universitätsstr. 1
Gebäude: 29.01
40225 Düsseldorf

Direktor

Prof. Dr. Peter Westhoff

Entwicklungs- und Molekularbiologie der Pflanzen
Gebäude: 26.03
Etage/Raum: 02.34
Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenBotanischer Garten