HHU StartBotanischer GartenAktuellesBlühende Wollemie im Kuppelgewächshaus

Blühende Wollemie im Kuppelgewächshaus

David Noble im Tal der Wollemien; © Katrin Saran

Die Wollemie (Wollemia nobilis) ist ein australisches Koniferengewächs, das noch nicht sehr lange bekannt ist. Es war damals eine Sensation: 1994 kletterte der junge Ranger David Noble in einem unerforschten Gebiet des Wollemi-Nationalparkes und fand dabei Bäume, die er noch nie gesehen hatte. Erst nach einer aufwändigen Bestimmung wurde klar, dass hier eine lebende Pflanze entdeckt worden war, deren nahe Verwandte man bisher nur als 100 mio. Jahre alte Fossilien kannte und seit ca. 50 mio. Jahren für ausgestorben hielt. Sofort nach der Bekanntmachung gab es ein großes Interesse nach diesen geheimnisvollen Pflanzen. 1,5 Millionen australische Dollar brachte eine Versteigerung der ersten nachgezüchteten Exemplare ein, die zum Erhalt dieser und anderer bedrohter Arten eingesetzt werden.

Der Wildstandort nord-westlich von Sydney wird streng geheim gehalten und umfasst nur ein sehr kleines Areal mit ca. 200 Bäumen. Somit gehören die Pflanzen zu den seltensten Arten. Vor den großen Bränden in Australien diesen Winter konnten die Bäume bisher durch intensiven Einsatz von Löschflugzeugen bewahrt werden.

Männlicher, noch unreifer Zapfen
Weiblicher, bestäubungsfähiger Zapfen; man sieht noch weißliche Reste der Wachskappe.

In Deutschland wurde die erste Wollemie 2005  im Palmengarten von Frankfurt gepflanzt. Der  Botanische Garten der HHU Düsseldorf erhielt seine beiden Exemplare 2008 als ein Geschenk zur Eröffnung seiner neuen Gewächshausanlage. Da es mit der Kultur dieser Pflanzenart keine Erfahrungen gab, wurde ein Exemplar in einem Kübel weiterkultiviert und die zweite Pflanze im Kuppelgewächshaus ausgepflanzt. Beide Pflanzen entwickelten sich in der Folgezeit gut und bildeten nach einigen Jahren männliche Zapfen.

Lars Leonhard bei der Bestäubung eines weiblichen Zapfens.

Der Baum im Kuppelgewächshaus ist jetzt ca. 6 m hoch und hat nun in seiner Krone erstmalig weibliche Zapfen angesetzt. Dies ist für Deutschland eine sehr seltene Beobachtung.

Lars Leonhard, der Reviergärtner des Kuppelgewächshauses, versucht nun, die Pflanzen generativ zu vermehren. Hierfür werden die weiblichen Zapfen von Hand mit Pollen bestäubt. Da die männlichen Zapfen in Düsseldorf noch nicht reif sind, wurde eine deutschlandweite Anfrage gestartet. Daraufhin hat sich der Botanische Garten der Universität Marburg gemeldet. Von dort wurde eingefrorenes Pollenmaterial geschickt. Nach der Bestäubung ist Geduld gefragt. Falls der Versuch gelingt, dauert noch fast 2 Jahre, bis die Zapfen mit den Samen ausreifen.  Und nach der Aussaat kann es ebenfalls noch einmal 6 Monate dauern, bis sich ein Keimling zeigt. Erst dann weiß man, ob die Bestäubung erfolgreich war.

 

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